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Manga Bell

Kamerun, 1914: Rudolf Duala Manga Bell, nach seinem Vater und Großvater König des Stammes der Duala in Kamerun, spricht deutsch, er liest Goethe, Schiller und Lessing, er trägt elegante Herrenröcke und kennt das deutsche Rechtssystem, denn Kamerun gehört zu dieser Zeit als „Schutzgebiet“ zum Deutschen Reich. Ganz im Sinne Immanuel Kants wagt er es, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen. Das Wohlwollen der deutschen Kolonialbeamten angesichts seiner kulturellen Wissbegier schlägt in brutale Gewalt um, als sie entdecken, dass Manga Bell ihr Rechtssystem besser versteht und besser anwendet als sie. Um ihren Machtanspruch gegen seine fundierte juristische Argumentation zu behaupten, ermorden sie ihn und seinen engsten Mitarbeiter schließlich in einem Scheinprozess wegen „Hochverrats“ am Galgen. Bis zum heutigen Tag gibt es keine offizielle deutsche Stellungnahme zu diesem Justizmord.

Credits

Buch & Regie: Lisa Charlotte Friederich
Producer: Philipp Goeser
Produzent: Schiwago Film (Martin Lehwald, Marcos Kantis)